Mittelalterlicher Besuch im Atelier

Diese Momente sind immer wieder besonders: Ich restauriere eine Skulptur aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Mich beeindruckt das große Können des Bildhauers und die feinsinnige Darstellung der Hl. Anna Selbdritt. Über all die Jahrhunderte hat sich die farbige Fassung nahezu vollständig erhalten. Eine Reinigung sowie die Festigung von losen Farbschichten soll das Werk auch weiterhin bewahren und erhalten und den Besuchern einer Kirche auf der Schwäbischen Alb Freude bereiten.

20. Januar 2022

Ich wünsche Ihnen und euch allen ein frohes, glückliches neues Jahr und tolle Aussichten!


1. Januar 2022

Es ist wieder Zeit für einen Besuch an der HfBK Dresden. Ich lasse dort professionelle Röntgen- und Infrarotaufnahmen eines Gemäldes anfertigen um Aufschlüsse über die Handschrift des Künstlers zu bekommen.

September 2021

Um eine Maltechnik besser zu verstehen, beziehungsweise das Verborgene sichtbar zu machen, ist der Einsatz einer UV-Lampe eine große Hilfe. Sie zeigt das Fluoreszenzverhalten von Pigmenten und so können z.B. Rückschlüsse über frühere Retuschen gewonnen werden sowie welche Art von Firnis oder welche harzhaltigen Bindemittel zum Einsatz kamen.

23. August 2021

Seit mehreren Jahren habe ich das Glück, Werke des holländischen Malers Otto Marseus van Schrieck (1619/20–1678) aus einer Privatsammlung zu restaurieren. Er war ein begnadeter Stilllebenmaler, der mit einer eigens entwickelten Technik die Pigmente echter Schmetterlinge auf die Leinwand bannte. Auf diesem Bild ist ein vergrößertes Detail zu sehen.

13. August 2021

Die für das Muzeum Susch konzipierte Ausstellung "The Measuring of Time" ist die erste umfassende Retrospektive, die der 2017 verstorbenen Künstlerin Laura Grisi gewidmet ist. Für den Abb- und Aufbau bin ich vor Ort, um den Zustand der Werke zu protokollieren. Zum Einsatz kommt hier mein Tablet und die Software DiVisual, welche die Aufnahme und digitale Bearbeitung der Protokolle erleichtert.

Juni 2021

Ein freudiger Tag im Residenzmuseum im Celler Schloss: mit dem Ankauf aus einer französischen Privatsammlung kehrt die barocke Darstellung der letzten Celler Herzogin, Eléonore d`Olbreuse, an ihren langjährigen Wirkungsort im Residenzschloss zurück. Es zeigt sie in der "Blüte ihrer Jahre" und bildet eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Darstellungen dieser für Celle sehr bedeutsamen Frau. Seinen Platz hat das Bild in den barocken Audienzgemächern des Schlosses gefunden, direkt gegenüber einer Darstellung ihres Mannes, Herzog Georg Wilhelm. Ein Besuch in Celle lohnt sich immer - und vor allem der Besuch in dem sehr eindrucksvollen und sehenswerten Residenzmuseum unter Leitung von Juliane Schmieglitz-Otten.

18. Juni 2021

Es sind nur noch wenige Wochen, bis diese barocke Darstellung der Herzogin Eléonore d’Olbreuse an ihren Bestimmungsort kommen wird. Nach Festigungsmaßnahmen und Firnisabnahme führe ich eine Anränderung der Leinwand aus, um das Bild wieder auf den Spannrahmen aufziehen zu können. Dieser wurde zuvor aufgedoppelt, um das originale, jedoch geschwächte Holz zu stabilisieren. Abschließend stehen noch Kittungen und Retusche sowie die Restaurierung des Zierrahmens an.

4. Mai 2021

Der Unterschied ist deutlich zu sehen: Die Reinigung eines Gemäldes sowie die Abnahme von gealtertem Firnis bringt die ursprünglichen Farben wieder zur Geltung. Im Anschluss folgten bei diesem Gemälde eine Rissverklebung sowie farbliche Retuschen, bevor das Porträt wieder zu seinen Besitzern zurückkehrte.

April 2021

Es ist gut, auf Experten zurückgreifen zu können: Mit zwei Bildern fahre ich an die Hochschule für Bildende Künste in Dresden, um dort strahlentechnische Untersuchungen machen zu lassen. Genauer gesagt: eine Röntgen- und UV-Fluoreszenz-Untersuchung sowie eine Infrarot-Reflektographie sollen mir Aufschluss über die weitere Vorgehensweise geben. Meine Studienzeit an der HfBK liegt nun schon einige Jahre zurück – ich genieße die kleine Zeitreise und den Austausch mit den Mitarbeitern dort sehr.

15. März 2021