Endlich angekommen im Residenzmuseum Celle

Ein freudiger Tag im Residenzmuseum im Celler Schloss: mit dem Ankauf aus einer französischen Privatsammlung kehrt die barocke Darstellung der letzten Celler Herzogin, Eléonore d`Olbreuse, an ihren langjährigen Wirkungsort im Residenzschloss zurück. Es zeigt sie in der "Blüte ihrer Jahre" und bildet eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Darstellungen dieser für Celle sehr bedeutsamen Frau. Seinen Platz hat das Bild in den barocken Audienzgemächern des Schlosses gefunden, direkt gegenüber einer Darstellung ihres Mannes, Herzog Georg Wilhelm. Ein Besuch in Celle lohnt sich immer - und vor allem der Besuch in dem sehr eindrucksvollen und sehenswerten Residenzmuseum unter Leitung von Juliane Schmieglitz-Otten.

18. Juni 2021

Es sind nur noch wenige Wochen, bis diese barocke Darstellung der Herzogin Eléonore d’Olbreuse an ihren Bestimmungsort kommen wird. Nach Festigungsmaßnahmen und Firnisabnahme führe ich eine Anränderung der Leinwand aus, um das Bild wieder auf den Spannrahmen aufziehen zu können. Dieser wurde zuvor aufgedoppelt, um das originale, jedoch geschwächte Holz zu stabilisieren. Abschließend stehen noch Kittungen und Retusche sowie die Restaurierung des Zierrahmens an.

4. Mai 2021

Es ist gut, auf Experten zurückgreifen zu können: Mit zwei Bildern fahre ich an die Hochschule für Bildende Künste in Dresden, um strahlentechnische Untersuchungen im dortigen Labor für Kunsttechnologie, Strahlenuntersuchung und Fotografie machen zu lassen. Genauer gesagt: eine Röntgen- und UV-Fluoreszenz-Untersuchung sowie eine Infrarot-Reflektographie sollen mir Aufschluss über die weitere Vorgehensweise geben. Meine Studienzeit an der HfBK liegt nun schon einige Jahre zurück – ich genieße die kleine Zeitreise und den Austausch mit den Mitarbeitern dort sehr.

15. März 2021

Doppelte Freude! Unterwegs mit meinem Freund Denis Bury (r.), dem klugen und fröhlichen Kunst-Tausendsassa aus dem Ruhrgebiet, besuchen wir Otto Modersohn und Heinrich Vogelers Barkenhoff in Worpswede. Ein tolles Museum, ein toller Ort, ein herrlicher Tag! Und die Landschaft, die Atmosphäre ist hier tatsächlich so, wie Otto sie gemalt hat. Ich ziehe meinen Hut vor diesem Meister.

10. September 2020

Das Museum Folkwang in Essen zeigt vom 21. August bis 29. November 2020 über 200 Werke von Keith Haring, darunter großformatige Gemälde und Zeichnungen, Plakate, Fotografien und Videos. Keith Haring war ein Sprachrohr seiner Generation - es ist beeindruckend, diese vibrierende und energiegeladene Kunst zu sehen und mitzuhelfen, diese Ausstellung mit dem tollen Team vom Museum Folkwang aufzubauen.

4. August 2020

Das muss sein: Im Auftrag eines Kunden bin ich in Reims, um ein Bild in Empfang zu nehmen und es zu restaurieren, bevor es seinen Platz in einem norddeutschen Museum finden wird. Diesen schönen Anlass verbinde ich mit einem Besuch in der wunderschönen Kathedrale Notre Dame de Reims. Aufgetankt geht es wieder nach Hause...

14. März 2020

Nach umfangreichen Festigungsmaßnahmen des Holzkörpers ist alles vorbereitet für Retusche und farbliche Integration von Fehlstellen der farbigen Fassung dieser Christus-Skulptur. Alles was ich dafür brauche, liegt bereit ... und es wird auch Zeit: Sie hängt im Eingangsbereich des Kardinal-Hengsbach-Haus des Bistums Essen und wird dort schon vermisst: viele Menschen verbinden viel mit dieser berührend-klaren Skulptur aus dem 16. Jahrhundert.

14. März 2020

Dieses Gemälde lag jahrzehntelang unberührt auf einem Schrank. Es geriet etwas in Vergessenheit, und tatsächlich war mit bloßen Augen auch fast nichts mehr zu sehen: Mehrere völlig verbräunte Firnisschichten und starkes Krakelee überzogen die Oberfläche und versperrten regelrecht den Blick. Ein Infrarot-Reflektogramm und Röntgenaufnahmen verschafften Klarheit über das "Darunter" und meine Vorgehensweise. Als ich endlich bei der Malschicht angekommen war und diese atemberaubend gemalte Figur mich anblickte, war das ein absoluter Gänsehaut-Moment. Ich bin den Besitzern sehr dankbar, dass sie sich zu diesem Schritt entschlossen haben und wünsche ihnen viel Freude an diesem Schmuckstück.

1. März 2020

Ein echter Notfall: Drei Tage vor Eröffnung einer Galerie-Ausstellung kam ein sehr großes Bild zu Schaden. Da ist es einfacher, wenn der Restaurator zum Bild kommt als umgekehrt ... Nach einem kurzen telefonischen Briefing packte ich alles Notwendige und restaurierte vor Ort mit meinem mobilen Atelier. Alles lief wie geplant und die Erleichterung war groß, auch bei mir.

12. Januar 2020

Ich bin wieder in der Schweiz, dieses mal für die restauratorische Begleitung des Ausstellungswechsels im Muzeum Susch. Jeden morgen laufe ich an diesem niedlichen Sgraffito vorbei, das an einer Museumsaußenwand zu sehen ist. Das Chätzli und ich flüstern uns ein leises "Grüezi" zu - und dann geht ein jeder seinen Aufgaben nach.

15. Dezember 2019