Restaurator Jakob Wedemeyer berichtet in loser Abfolge aus seinem Atelier bei Ravensburg in Süddeutschland und über den Beruf des Restaurators

Restaurator Jakob Wedemeyer berichtet in loser Abfolge aus seinem Atelier bei Ravensburg in Süddeutschland und über den Beruf des Restaurators

News

News aus dem Restaurierungsatelier

Hier berichte ich in loser Abfolge aus meinem Restaurierungsatelier und über meine Arbeit als Restaurator. Über Schönes und Herausforderndes, über Vergangenes und Aktuelles und über Dinge, die mich bewegen und begeistern. Seien Sie gespannt, ich bin es auch…!

Mittelalterlicher Besuch im Atelier

Diese Momente sind immer wieder besonders: Ich restauriere eine Skulptur aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Mich beeindruckt das große Können des Bildhauers und die feinsinnige Darstellung der Hl. Anna Selbdritt. Über all die Jahrhunderte hat sich die farbige Fassung nahezu vollständig erhalten. Eine Reinigung sowie die Festigung von losen Farbschichten soll das Werk auch weiterhin bewahren und erhalten und den Besuchern einer Kirche auf der Schwäbischen Alb Freude bereiten.

20. Januar 2022

Frohes neues Jahr 2022!

Ich wünsche Ihnen und euch allen ein frohes, glückliches neues Jahr und tolle Aussichten!


1. Januar 2022

Kunsttechnologische Untersuchung

Es ist wieder Zeit für einen Besuch an der HfBK Dresden. Ich lasse dort professionelle Röntgen- und Infrarotaufnahmen eines Gemäldes anfertigen um Aufschlüsse über die Handschrift des Künstlers zu bekommen.

September 2021

Mit UV sieht man besser

Um eine Maltechnik besser zu verstehen, beziehungsweise das Verborgene sichtbar zu machen, ist der Einsatz einer UV-Lampe eine große Hilfe. Sie zeigt das Fluoreszenzverhalten von Pigmenten und so können z.B. Rückschlüsse über frühere Retuschen gewonnen werden sowie welche Art von Firnis oder welche harzhaltigen Bindemittel zum Einsatz kamen.

23. August 2021

Immer wieder ein Highlight: Otto Marseus van Schrieck

Seit mehreren Jahren habe ich das Glück, Werke des holländischen Malers Otto Marseus van Schrieck (1619/20–1678) aus einer Privatsammlung zu restaurieren. Er war ein begnadeter Stilllebenmaler, der mit einer eigens entwickelten Technik die Pigmente echter Schmetterlinge auf die Leinwand bannte. Auf diesem Bild ist ein vergrößertes Detail zu sehen.

13. August 2021

Laura Grisi im Muzeum Susch: Digitale Zustandsprotokollierung

Die für das Muzeum Susch konzipierte Ausstellung „The Measuring of Time“ ist die erste umfassende Retrospektive, die der 2017 verstorbenen Künstlerin Laura Grisi gewidmet ist. Für den Abb- und Aufbau bin ich vor Ort, um den Zustand der Werke zu protokollieren. Zum Einsatz kommt hier mein Tablet und die Software DiVisual, welche die Aufnahme und digitale Bearbeitung der Protokolle erleichtert.

Juni 2021

Endlich angekommen im Residenzmuseum Celle

Ein freudiger Tag im Residenzmuseum im Celler Schloss: mit dem Ankauf aus einer französischen Privatsammlung kehrt die barocke Darstellung der letzten Celler Herzogin, Eléonore d`Olbreuse, an ihren langjährigen Wirkungsort im Residenzschloss zurück. Es zeigt sie in der „Blüte ihrer Jahre“ und bildet eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Darstellungen dieser für Celle sehr bedeutsamen Frau. Seinen Platz hat das Bild in den barocken Audienzgemächern des Schlosses gefunden, direkt gegenüber einer Darstellung ihres Mannes, Herzog Georg Wilhelm. Ein Besuch in Celle lohnt sich immer – und vor allem der Besuch in dem sehr eindrucksvollen und sehenswerten Residenzmuseum unter Leitung von Juliane Schmieglitz-Otten.

18. Juni 2021

Mit Spannung … bei der Sache

Es sind nur noch wenige Wochen, bis diese barocke Darstellung der Herzogin Eléonore d’Olbreuse an ihren Bestimmungsort kommen wird. Nach Festigungsmaßnahmen und Firnisabnahme führe ich eine Anränderung der Leinwand aus, um das Bild wieder auf den Spannrahmen aufziehen zu können. Dieser wurde zuvor aufgedoppelt, um das originale, jedoch geschwächte Holz zu stabilisieren. Abschließend stehen noch Kittungen und Retusche sowie die Restaurierung des Zierrahmens an.

4. Mai 2021

Alles wieder sauber

Der Unterschied ist deutlich zu sehen: Die Reinigung eines Gemäldes sowie die Abnahme von gealtertem Firnis bringt die ursprünglichen Farben wieder zur Geltung. Im Anschluss folgten bei diesem Gemälde eine Rissverklebung sowie farbliche Retuschen, bevor das Porträt wieder zu seinen Besitzern zurückkehrte.

April 2021

Strahlendiagnostische Untersuchung an der HfBK Dresden

Es ist gut, auf Experten zurückgreifen zu können: Mit zwei Bildern fahre ich an die Hochschule für Bildende Künste in Dresden, um dort strahlentechnische Untersuchungen machen zu lassen. Genauer gesagt: eine Röntgen- und UV-Fluoreszenz-Untersuchung sowie eine Infrarot-Reflektographie sollen mir Aufschluss über die weitere Vorgehensweise geben. Meine Studienzeit an der HfBK liegt nun schon einige Jahre zurück – ich genieße die kleine Zeitreise und den Austausch mit den Mitarbeitern dort sehr.

15. März 2021

Besuch bei Otto Modersohn in Worpswede

Doppelte Freude! Unterwegs mit meinem Freund Denis Bury (r.), dem klugen und fröhlichen Kunst-Tausendsassa aus dem Ruhrgebiet, besuchen wir Otto Modersohn und Heinrich Vogelers Barkenhoff in Worpswede. Ein tolles Museum, ein toller Ort, ein herrlicher Tag! Und die Landschaft, die Atmosphäre ist hier tatsächlich so, wie Otto sie gemalt hat. Ich ziehe meinen Hut vor diesem Meister.

10. September 2020

Keith kommt! Ausstellungsaufbau „Keith Haring“ im Folkwang Museum Essen

Das Museum Folkwang in Essen zeigt vom 21. August bis 29. November 2020 über 200 Werke von Keith Haring, darunter großformatige Gemälde und Zeichnungen, Plakate, Fotografien und Videos. Keith Haring war ein Sprachrohr seiner Generation – es ist beeindruckend, diese vibrierende und energiegeladene Kunst zu sehen und mitzuhelfen, diese Ausstellung mit dem tollen Team vom Museum Folkwang aufzubauen.

4. August 2020

Das Schöne mit dem Schönen verbinden

Das muss sein: Im Auftrag eines Kunden bin ich in Reims, um ein Bild in Empfang zu nehmen und es zu restaurieren, bevor es seinen Platz in einem norddeutschen Museum finden wird. Diesen schönen Anlass verbinde ich mit einem Besuch in der wunderschönen Kathedrale Notre Dame de Reims. Aufgetankt geht es wieder nach Hause…

14. März 2020

Alles ist vorbereitet …

Nach umfangreichen Festigungsmaßnahmen des Holzkörpers ist alles vorbereitet für Retusche und farbliche Integration von Fehlstellen der farbigen Fassung dieser Christus-Skulptur. Alles was ich dafür brauche, liegt bereit … und es wird auch Zeit: Sie hängt im Eingangsbereich des Kardinal-Hengsbach-Haus des Bistums Essen und wird dort schon vermisst: viele Menschen verbinden viel mit dieser berührend-klaren Skulptur aus dem 16. Jahrhundert.

14. März 2020

Wenn dich ein Bild plötzlich anschaut…

Dieses Gemälde lag jahrzehntelang unberührt auf einem Schrank. Es geriet etwas in Vergessenheit, und tatsächlich war mit bloßen Augen auch fast nichts mehr zu sehen: Mehrere völlig verbräunte Firnisschichten und starkes Krakelee überzogen die Oberfläche und versperrten regelrecht den Blick. Ein Infrarot-Reflektogramm und Röntgenaufnahmen verschafften Klarheit über das „Darunter“ und meine Vorgehensweise. Als ich endlich bei der Malschicht angekommen war und diese atemberaubend gemalte Figur mich anblickte, war das ein absoluter Gänsehaut-Moment. Ich bin den Besitzern sehr dankbar, dass sie sich zu diesem Schritt entschlossen haben und wünsche ihnen viel Freude an diesem Schmuckstück.

1. März 2020

Einsatz in vier Wänden mit dem mobilen Atelier

Ein echter Notfall: Drei Tage vor Eröffnung einer Galerie-Ausstellung kam ein sehr großes Bild zu Schaden. Da ist es einfacher, wenn der Restaurator zum Bild kommt als umgekehrt … Nach einem kurzen telefonischen Briefing packte ich alles Notwendige und restaurierte vor Ort mit meinem mobilen Atelier. Alles lief wie geplant und die Erleichterung war groß, auch bei mir.

12. Januar 2020

Grüezi, Chätzli!

Ich bin wieder in der Schweiz, dieses mal für die restauratorische Begleitung des Ausstellungswechsels im Muzeum Susch. Jeden morgen laufe ich an diesem niedlichen Sgraffito vorbei, das an einer Museumsaußenwand zu sehen ist. Das Chätzli und ich flüstern uns ein leises „Grüezi“ zu – und dann geht ein jeder seinen Aufgaben nach.

15. Dezember 2019

Abschied und Neuanfang

Der Abschied fällt nach 12 Jahren im Ruhrgebiet nicht leicht, aber die Vorfreude überwiegt: endlich sind meine neuen Atelierräume fertig, die letzten Kisten sind gepackt und der Umzug meines Ateliers von Essen nach Süddeutschland beginnt. Ich freue mich sehr auf die Arbeit in den hellen und großzügigen Räumen! Danke an alle Freunde und Helfer – ihr seid einfach klasse.

26. August 2019

„Emma Kunz – Visionäre Zeichnungen“, Muzeum Susch

Der Aufbau beginnt: Das Muzeum Susch zeigt visionäre Zeichnungen der Schweizer Heilerin und Forscherin Emma Kunz in einer umfangreichen Einzelausstellung. Es ist eindrucksvoll, dieses kraftvollen Arbeiten zu sehen. Die Laufzeit der Ausstellung ist vom 27. Juli bis 24. November 2019.

14. Juli 2019

Grüezi, Muzeum Susch!

Absolut einmalig: in wenigen Tagen, am 2. Januar 2019, öffnet das Muzeum Susch zum ersten Mal seine Türen. Im Hintergrund arbeitet das Team um Museumsgründerin Grażyna Kulczyk mit Leidenschaft und hoher Intensität daran, für den großen Tag perfekt vorbereitet zu sein. Es ist absolut einmalig, hier mit dabei zu sein – und ich darf das Museum auch in Zukunft als Restaurator und Konservator begleiten.

Noch ein letzter Blick zurück auf das Museum in abendlicher und schneebedeckter Stille – morgen früh sehen wir uns wieder – ich freue mich.

15. Dezember 2018

ZOO leuchtet!

Wir haben es geschafft! Dank der Unterstützung von über 120 Spendern und dem Verkauf des eigens angefertigten Auflagenobjekts von Albert Hien haben wir die erforderliche Summe von 25.000,- € für die Restaurierung der Skulptur erreicht. Die Restaurierungsarbeiten an Metall, Leuchtstoffröhren und Elektrik sind abgeschlossen und seit Dienstag, den 8.11.2016 leuchtet der ZOO wieder. Ein klasse Anblick – am Tag und in der Nacht! Mehr unter der Projekt-Website zoo-muss-leuchten.de

8. November 2016

ZOO muss leuchten!

„Essen hat einen ZOO. Und der ZOO kann leuchten“: 1989 erhielt der Rüttenscheider Markt in Essen auf dem Dach eines zentralen Kiosks eine Licht-Skulptur des Künstlers Albert Hien. Die Skulptur steht immer noch und ist in Teilen betriebsfähig, aber sie leuchtet nicht mehr. Gemeinsam mit vier Kunstfreunden gründen wir eine Bürgerinitiative, die zum Ziel hat, dieses platzprägende Kunstwerk im öffentlichen Raum wieder zum leuchten zu bringen. Mehr unter der Projekt-Website zoo-muss-leuchten.de

15. September 2015